Wie erkenne ich, ob meine Heizung entlüftet werden muss?

Veröffentlicht am: 12. Februar 20264 Min. Lesezeit

Wie erkenne ich, ob meine Heizung entlüftet werden muss?

Veröffentlicht am: 12. Februar 20264 Min. Lesezeit

Für Gebäudeverwalter:innen und Facility Manager ist eine zuverlässig funktionierende Heizungsanlage entscheidend – sowohl im Hinblick auf Betriebskosten als auch auf Nutzerzufriedenheit und Werterhalt der Immobilie.

Wenn einzelne Heizkörper nicht richtig warm werden oder störende Geräusche auftreten, kann Luft im System die Ursache sein. In diesem Fall ist Heizung entlüften eine einfache, kurzfristig wirksame Maßnahme, um die Wärmeverteilung zu verbessern.

Doch wann genau ist es erforderlich, einen Heizkörper zu entlüften – und wann reichen diese Maßnahmen nicht mehr aus?

Wie wird die Heizung richtig entlüftet?

Das Heizung richtig entlüften ist eine einfache Instandhaltungsmaßnahme, die pro Heizkörper etwa fünf bis zehn Minuten dauert. Wichtig ist eine systematische Vorgehensweise – insbesondere in größeren Liegenschaften.

Was wird benötigt?

  • Entlüftungsschlüssel (standardisierter Vierkantschlüssel)

  • Auffangbehälter oder Eimer

  • Tuch zum Abwischen von austretendem Heizwasser

In professionell betreuten Gebäuden sollte die Durchführung idealerweise durch den Hausmeisterservice oder einen beauftragten Fachbetrieb erfolgen.

Wichtig:
Bei Anlagen mit automatischen Entlüftern (erkennbar an fehlender Vierkant-Aufnahme) ist ein manuelles Entlüften nicht möglich – und auch nicht erforderlich.

Wie erkenne ich, ob eine Heizung entlüftet werden muss und welche Geräusche sind typisch?

Typische Anzeichen für Luft im Heizsystem sind:

1. Ungewöhnliche Geräusche

  • Heizung gluckert

  • Heizung blubbert

  • Heizung rauscht

  • Heizung plätschert

Diese Geräusche entstehen durch Luftblasen, die den Wasserkreislauf stören.

2. Ungleichmäßige Erwärmung

  • Heizkörper nur oben warm

  • Heizkörper nur unten warm

  • einzelne Heizflächen bleiben teilweise kalt

Gerade in oberen Geschossen sammelt sich Luft besonders häufig, da Luftblasen im System nach oben steigen.

3. Nachlassende Heizleistung

Wenn Räume trotz voll aufgedrehtem Thermostat nicht die gewünschte Temperatur erreichen, kann Luft im Heizkörper die Ursache sein.

Hinweis:
Luft gelangt bei jedem Nachfüllen von Heizwasser ins System. Zudem ist keine Anlage zu 100 % luftdicht. Eine gewisse Luftmenge ist normal – problematisch wird es erst bei übermäßiger Ansammlung.

Wie wird die Heizung Schritt für Schritt richtig entlüftet

Für eine strukturierte Durchführung empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

Schritt 1: Vorbereitung

  • Umwälzpumpe abschalten (bei zentral betreuten Anlagen)

  • Thermostatventil vollständig öffnen (höchste Stufe)

  • Auffangbehälter unter das Entlüftungsventil stellen

Schritt 2: Ventil öffnen

Mit dem Entlüftungsschlüssel das Ventil langsam öffnen.

Es ist ein zischendes Geräusch hörbar – die entweichende Luft.

Schritt 3: Luft vollständig entweichen lassen

Das Ventil so lange geöffnet lassen, bis:

  • kein Zischen mehr hörbar ist

  • gleichmäßig Heizwasser austritt

Schritt 4: Ventil schließen

Ventil wieder schließen und Anlage in Betrieb nehmen.

Gegebenenfalls muss anschließend der Anlagendruck geprüft und Heizwasser nachgefüllt werden.

Wie oft sollte eine Heizung entlüftet werden, um die Leistung zu verbessern?

In professionell gewarteten Bestandsgebäuden reicht in der Regel:

  • 1–2 Mal pro Heizperiode

  • zusätzlich nach Wartungsarbeiten oder Nachfüllvorgängen

Zu häufiges Entlüften ist nicht sinnvoll und kann auf tieferliegende Probleme hinweisen.

Wenn regelmäßig große Luftmengen entweichen, sollte geprüft werden, ob:

  • Undichtigkeiten vorliegen

  • Druckprobleme bestehen

  • Bauteile fehlerhaft eingestellt sind

Hier ist eine fachliche Analyse erforderlich.

Entlüften der Heizung sinnvoll mit einem professionellen Heizungscheck kombinieren

Das Heizkörper entlüften ist eine einfache Optimierungsmaßnahme – sie behebt jedoch nur Symptome, nicht die eigentliche Ursache von Effizienzverlusten.

In größeren Bestandsgebäuden liegen die Ursachen für:

  • ungleichmäßige Wärmeverteilung

  • hohe Heizkosten

  • überhitzte oder unterversorgte Räume

häufig in einer fehlenden oder fehlerhaften hydraulischen Abstimmung des Gesamtsystems.

Wenn das Entlüften keine nachhaltige Verbesserung bringt, empfiehlt sich ein professioneller Heizungscheck – idealerweise in Kombination mit einem temperaturbasierten hydraulischen Abgleich. Im Unterschied zu rein rechnerischen Verfahren basiert dieser Ansatz auf realen Temperaturdaten aus dem laufenden Betrieb. Dadurch wird die Wärmeverteilung präzise eingestellt, Über- und Unterversorgung vermieden und die Effizienz der Gesamtanlage nachhaltig verbessert.

Gerade für Immobilienportfolios, öffentliche Gebäude oder größere Wohnanlagen ist dies ein wirksamer Hebel, um Energiekosten nachhaltig zu senken und CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. Gleichzeitig erhöht sich die Betriebssicherheit der Anlage, während Nutzerbeschwerden durch eine gleichmäßige Wärmeverteilung dauerhaft minimiert werden.

Heizung entlüften ist eine sinnvolle Sofortmaßnahme bei Luft im System. Für eine langfristige Performance-Optimierung in großen Bestandsgebäuden empfiehlt sich jedoch eine ganzheitliche Analyse und Optimierung der Heizungsanlage – insbesondere bei komplexer Wärmeverteilung.

Ihr Ansprechpartner

Stefan Fröb
Leiter Vertrieb myWarm

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