Welche Heizsysteme sind für die Wärmewende am wirtschaftlichsten?

Veröffentlicht am: 12. Februar 20265 Min. Lesezeit

Welche Heizsysteme sind für die Wärmewende am wirtschaftlichsten?

Veröffentlicht am: 12. Februar 20265 Min. Lesezeit

Die Wärmewendealso der Umbau der Wärmeversorgung hin zu klimafreundlichen und energieeffizienten Systemenbetrifft laut Umweltbundesamt rund 35% des Endenergieverbrauchs in Deutschland, da dieser Anteil auf das Beheizen von Gebäuden entfällt und hier besonders viele CO2-Emissionen entstehen. 

Wovon hängt die Wirtschaftlichkeit von Heizsystemen ab?

Im Kontext der Wärmewende zeigt sich: nicht jedes Heizsystem ist gleich wirtschaftlich. Die Wirtschaftlichkeit hängt ab von: 

  • Investitionskosten für den Heizungstausch 
  • Betriebskosten über die Lebensdauer 
  • Förderungen sowie gesetzlichen Anforderungen 
  • CO₂Preisen und Energiepreisentwicklung 

Laut dem Energie-Netzwerk C.A.R.M.E.N. e. V. schneiden Heizsysteme mit erneuerbaren Energien, wie Wärmepumpen und Biomasseheizungen, langfristig am besten ab – trotz oft höherer Anschaffungskosten – weil sie niedrige Betriebskosten, hohe Effizienz und geringe CO₂Abgaben aufweisen. 

Welche Heizungsmodernisierung lohnt sich finanziell am meisten, um aktiv zur Wärmewende beizutragen? 

Wer seine Heizung modernisieren möchte, steht heute vor einer klaren Wahl: fossile Systeme wie Gas oder Öl verlieren aufgrund steigender CO₂-Kosten, gesetzlicher Vorgaben und Energiepreise zunehmend an Wirtschaftlichkeit. Moderne Wärmepumpen hingegen bieten nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch langfristig ökonomische Effizienz. 

Lebenszyklusanalyse zeigt klare Vorteile der Wärmepumpe

Eine Studie der RWTH Aachen in der Zeitschrift Cell Reports Sustainability hat den gesamten Lebenszyklus von Luft-Wasser-Wärmepumpen mit klassischen Gaskesseln verglichen. Zentrale Ergebnisse: 

  • Worst-Case-Szenario: Unsanierter Altbau, Strommix 2019 (40% erneuerbar) → 48% CO₂-Reduktion gegenüber Gas. 
  • Optimal-Szenario: Effiziente Wärmepumpe, verbesserte Gebäudehülle, optimierte Speichertechnologie, Strommix nach Prognosen → bis zu 91% CO₂-Reduktion. 
  • Status quo 2025: Dank fast 60% erneuerbarem Strom → zusätzliche 20–25% Einsparung gegenüber 2019. 

Die Studie zeigt: Selbst unter ungünstigen Rahmenbedingungen reduzieren Wärmepumpen deutlich die CO₂-Emissionen. Fossile Systeme profitieren hingegen kaum von der Entwicklung erneuerbarer Energien. 

Welche Heizsysteme sind für die Wärmewende am wirtschaftlichsten?

Die Wahl des Heizsystems ist entscheidend für die Wärmewende und die langfristige Wirtschaftlichkeit eines Hauses. Neben den Investitions- und Betriebskosten sollten auch CO₂-Emissionen, Fördermöglichkeiten und die Zukunftsfähigkeit berücksichtigt werden. 

Wärmepumpen: 

Wärmepumpen nutzen die Umgebungswärme aus Luft, Erde oder Wasser, um Wohnräume und Trinkwasser zu beheizen. Ihre Klimabilanz ist bereits heute gut und verbessert sich kontinuierlich mit steigendem Anteil erneuerbarer Energien im Strommix. 

  • Bestandsgebäude: Eine Wärmepumpe kann auch ohne umfassende Sanierung betrieben werden. Falls sie das Gebäude nicht alleine ausreichend heizen kann, bietet sich eine Hybridheizung an, bei der ein Spitzenlastkessel nur an sehr kalten Tagen unterstützt. 
  • Planung: Ein hydraulischer Abgleich sichert eine effiziente Auslegung der Wärmepumpe auf Basis solider Temperatur- und Verbrauchsdaten. 

Fernwärme: 

Der Anschluss an Fern- oder Nahwärme bietet eine komfortable Möglichkeit, Gebäude zu beheizen. Selbst wenn das Wärmenetz derzeit noch nicht vollständig auf erneuerbare Energien setzt, kann ein sukzessiver Umstieg auf nachhaltige Wärmequellen geplant werden. 

Solarthermie: 

Solarthermie kann Trinkwasser erwärmen oder die Heizungsunterstützung übernehmen, reduziert so den Energieeinsatz der Hauptheizung und senkt Betriebskosten. 

  • Kombiniert mit fossilen Heizsystemen (Gas, Öl, Holz) können durch die Nutzung der Sonnenenergie deutlich CO₂-Emissionen eingespart werden. 
  • Photovoltaisch-thermische Kollektoren (PVT) erzeugen sowohl Wärme als auch Strom vom Dach und bieten eine zukunftsfähige Lösung.  

Holzheizungen: 

Das Umweltbundesamt rät aus Umwelt- und Gesundheitsgründen von Holzheizungen ab. Effiziente Pellet- oder Hackschnitzelheizungen können in Ausnahmefällen sinnvoll sein, z.B. bei der Modernisierung alter Holzheizungen. Ein individueller Sanierungsfahrplan kann zeigen, wie Gebäude langfristig ohne fossile Brennstoffe beheizt werden können. 

Welche smarten Heizungs- und Gebäudesteuerungen lohnen sich, um die Energieeffizienz in Wohngebäuden zu erhöhen? 

Effizienzsteigerung ist für die Wirtschaftlichkeit eines Heizsystems mindestens genauso wichtig wie die Wahl des Systems selbst. Smarte Steuerungen helfen, Energie zu sparen und Heizkosten nachhaltig zu senken.  

Wichtige Technologien für smarte Heizungssteuerung 

  • Wettergeführte Regelung
    Passt die Heizleistung automatisch an die Außentemperatur an, was hilft, Über oder Unterheizen zu vermeiden. 
  • Raumtemperaturregler mit Lernfunktion
    Optimiert das Heizverhalten basierend auf Nutzungs und Temperaturmustern, das spart Energie, ohne Komfort zu mindern. 
  • Zonierung & Einzelraumregelung
    Ermöglicht unterschiedliche Temperaturen für unterschiedliche Räume. So wird nur dort geheizt, wo Wärme gebraucht wird. 
  • SmartHomeIntegration
    Verknüpfung mit Gebäudemanagementsystemen lässt Heizung, Fensterkontakte, PVAnlage und Batteriespeicher intelligent zusammenarbeiten. 

Nutzen: Laut Studien des Fraunhofer-Institut für Bauphysik zeigen, dass allein durch smarte Regelungen der Heizenergiebedarf in Wohngebäuden typischerweise um rund 15% gesenkt werden kann und in bestimmten Kombinationen von Funktionen auch über 30% Einsparungen möglich sind, je nach Gebäudetyp und Nutzungsverhalten. 

Wie plane ich eine nachhaltige Wärmeversorgung für ein neues Mehrfamilienhaus von Anfang an richtig? 

Eine nachhaltige Wärmeversorgung beginnt schon bei der Planung – nicht erst beim Bauabschluss. 

 

  1. Energiebedarf so niedrig wie möglich halten

Bevor ein Heizsystem gewählt wird, sollte der Wärmebedarf des Gebäudes durch: 

  • gute Dämmung 
  • effiziente Fenster 
  • Wärmebrückenvermeidung 

reduziert werden. Je niedriger der Bedarf, desto kleiner und effizienter kann das Heizsystem dimensioniert werden. 

 

  1. Heizsystem passend zur Gebäudenutzung wählen
  • Wärmepumpe: besonders geeignet für gut gedämmte Mehrfamilienhäuser und wenn Stromkosten niedrig bzw. Ökostrom genutzt wird.  
  • Nah oder Fernwärme: wenn verfügbar, kann dies günstige Wärme mit hoher Versorgungssicherheit verbinden.  
  • Solarthermie + Speicherkonzepte: ergänzen andere Systeme und senken den Energiebedarf weiter.
  1. Smarte Regelung & Digitalisierung

Von Anfang an smarte Steuerungs und Messsysteme integrieren – z.B. Sensoren, lernende Thermostate, Optimierung durch Gebäudemanagement. 

Ihr Ansprechpartner

Stefan Fröb
Leiter Vertrieb myWarm

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