Warum wird meine Heizung nicht warm?
Warum wird meine Heizung nicht warm?
„Heizung nicht richtig warm“ oder „Heizkörper wird nicht warm“ gehören zu den häufigsten Meldungen im Gebäudemanagement – insbesondere zu Beginn der Heizperiode oder nach Umbauten an der Anlagentechnik. Für Eigentümer:innen, Asset- und Property-Manager:innen stellt sich dabei weniger die Frage nach schnellen Einzelmaßnahmen, sondern nach systemischen Ursachen und nachhaltigen Lösungen.
Aus Sicht der Immobilienwirtschaft ist entscheidend: Tritt das Problem in einzelnen Nutzereinheiten, ganzen Strängen oder dem gesamten Gebäude auf? Genau hier lassen sich typische Fehlerbilder klar eingrenzen.
Welche typischen Ursachen gibt es, wenn die Heizung nicht warm wird, obwohl der Thermostat aufgedreht ist?
Wenn der Thermostat voll geöffnet ist und der Raum dennoch nicht die Solltemperatur erreicht, liegt die Ursache in der Regel nicht am Thermostat selbst, sondern im Gesamtsystem.
4 Ursachen, warum die Heizung nicht warm wird:
- Ungleichgewicht im Heizsystem
In vielen Bestandsgebäuden ist der Volumenstrom nicht korrekt verteilt. Heizkörper in günstiger Lage (z. B. nahe am Heizraum) werden überversorgt, weiter entfernte Heizkörper unterversorgt. - Fehlender oder unzureichender hydraulischer Abgleich
Ohne hydraulischen Abgleich erreicht die Wärme nicht alle Heizflächen gleichmäßig. Das äußert sich häufig genau in der Meldung „Heizung wird nicht richtig warm“.
Laut Umweltbundesamt zählt der hydraulische Abgleich zu den wirkungsvollsten Effizienzmaßnahmen im Bestand. - Luft im Heizsystem
Ist der Heizkörper nur unten warm oder gluckert, kann Luft im System die Wärmeübertragung blockieren.
Die Entlüftung der Heizung ist hier relevant – im professionellen Kontext allerdings als Teil der Systemprüfung, nicht als Dauerlösung. - Veraltete Pumpen- oder Regelungstechnik
Zu hoch oder zu niedrig eingestellte Pumpenleistungen führen zu Geräuschen, ineffizientem Betrieb und ungleichmäßiger Wärmeverteilung.
Was kann die Ursache sein, wenn die Heizung im oberen Stockwerk nicht warm wird, im Erdgeschoss aber schon, und wer kann das beheben?
Dieses Fehlerbild ist klassisch für nicht hydraulisch abgeglichene Heizungsanlagen in Mehrgeschossgebäuden.
Das Heizwasser folgt dem Weg des geringsten Widerstands. Ohne korrekte Voreinstellung der Heizkörperventile werden die unteren Etagen bevorzugt versorgt, während obere Geschosse unterversorgt bleiben.
Allein das Entlüften der Heizung löst dieses Problem jedoch nicht immer: Zwar kann Luft im System die Situation verschärfen, doch selbst nach dem Entlüften bleibt die Wärmeverteilung häufig ungleich. Die Ursache ist hydraulisch – nicht lokal.
Was bedeutet es, wenn die Heizung nicht richtig warm wird?
Wird eine Heizung dauerhaft nicht richtig warm, ist das ein wirtschaftliches und technisches Risiko:
- Erhöhter Energieverbrauch, da Vorlauftemperaturen unnötig angehoben werden
- Unzufriedene Nutzer:innen, steigende Servicekosten
- Schlechtere Ausgangslage für Wärmepumpen oder hybride Systeme
- Höherer Verschleiß der Anlage, was zu einer verkürzten Lebensdauer führen kann
Laut Umweltbundesamt können schlecht eingestellte Heizsysteme den Energieverbrauch um 10–30 % erhöhen – trotz Komfortverluste. Eine Heizung, die nicht richtig warm wird, ist aber kein Komfortproblem, sondern ein Systemfehler.
Wann sollte ich einen Heizungsfachbetrieb beauftragen?
Ein Fachbetrieb sollte spätestens dann eingebunden werden, wenn:
- mehrere Nutzungseinheiten betroffen sind
- sich das Problem mit Beginn der Heizperiode häuft
- nach Umbauten oder Sanierungen neue Beschwerden auftreten
- wiederholtes entlüften der Heizung keine Verbesserung bringt
- die Anlage auf niedrigere Vorlauftemperaturen (z. B. für Wärmepumpen) vorbereitet werden soll
Wer ist zuständig?
- Mieter:innen: Meldung an Hausverwaltung oder Facility Management
- Eigentümer:innen / Bestandshalter: Beauftragung eines Heizungsfachbetriebs oder eines spezialisierten Dienstleisters für Heizungsoptimierung
Statt einzelner Reparaturen sind systematische Analysen sinnvoll. Ein temperaturbasierter hydraulischer Abgleich kann dabei die Anlage optimieren und gleichzeitig eine umfassende Analyse liefern. Diese Vorgehensweisen wird auch vom Umweltbundesamt empfohlen.
Ihr Ansprechpartner

Stefan Fröb
Leiter Vertrieb myWarm
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