Eine Heizungsanlage fällt selten auf. Sie wird wahrgenommen, wenn es zu kalt ist, wenn ein Mieter sich beschwert oder wenn der Kessel ausfällt. Solange die Wohnungen warm sind, gilt die Anlage als in Ordnung.
Genau das ist das Problem. Rund 80 % aller Heizungsanlagen laufen nicht in ihrem optimalen Betriebspunkt. Sie heizen zu viel, zu lange oder zu ungleichmäßig. Dabei entstehen Verluste, die im Betrieb nicht sichtbar werden, weil niemand beschwert sich über eine zu warme Wohnung mit einem Fenster in Kippstellung.
Für Betreiber summiert sich das zu einem relevanten Kostenblock, und der Druck steigt weiter: Energiepreise auf hohem Niveau, verschärfte regulatorische Anforderungen und wachsende Erwartungen an Nachweisbarkeit und ESG-Reporting.
Warum Anlagen über die Jahre aus dem Takt geraten
Die Ursachen sind selten spektakulär, aber sie wirken dauerhaft:
- Einmal eingestellt, nie nachjustiert. Heizkurven, Pumpenkennlinien und Vorlauftemperaturen werden bei der Inbetriebnahme gesetzt und danach oft über Jahre nicht mehr angefasst.
- Sicherheitspuffer statt Auslegung. Wo Dokumentation fehlt, wird großzügig eingestellt. Das funktioniert, kostet aber permanent Energie.
- Das Gebäude verändert sich, die Anlage nicht. Neue Fenster, gedämmte Fassade, andere Nutzung. Die Regelung bleibt auf dem alten Stand.
- Wetter bleibt unberücksichtigt. Klassische witterungsgeführte Regelungen reagieren, statt zu antizipieren.
Der gemeinsame Nenner: Es fehlt die Rückkopplung. Niemand misst laufend, ob die Einstellung heute noch die richtige ist.
Monitoring zeigt das Problem. Es löst es nicht.
Viele Betreiber haben darauf mit Monitoring reagiert. Sensorik, Dashboards, Auswertungen. Das schafft Transparenz und ist ein wichtiger erster Schritt.
Nur: Ein Dashboard heizt nicht. Aus einer Auffälligkeit in der Auswertung wird erst dann eine Einsparung, wenn jemand vor Ort etwas ändert. In der Praxis scheitert das an Kapazität, an Priorisierung und daran, dass Anlagen sich kontinuierlich verändern, Serviceeinsätze aber punktuell stattfinden.
Ein digitaler Heizungskeller setzt genau an dieser Lücke an.
Was ein digitaler Heizungskeller leistet
Ein digitaler Heizungskeller steht für eine datengetriebene Heizungssteuerung, die Betriebsdaten nicht nur erfasst und darstellt, sondern in konkrete Regeleingriffe übersetzt. Statt starrer Einstellungen oder rein passiver Überwachung entsteht ein geschlossener Kreislauf aus Messen, Bewerten und Nachsteuern.
Der entscheidende Unterschied liegt im letzten Schritt: Das System analysiert nicht nur, es greift aktiv in den Betrieb ein und übernimmt die Optimierung kontinuierlich und selbstständig.
myWarm Optimize-Control: aktive Steuerung im Heizungskeller
Mit myWarm Optimize-Control setzen wir diesen Ansatz um. Ein selbstlernender Algorithmus wertet laufend Betriebsdaten, Wetterprognosen und das tatsächliche Verhalten der Anlage aus und verschiebt den Betriebspunkt automatisch dorthin, wo er bei den aktuellen Bedingungen hingehört.
Drei Elemente greifen dabei ineinander:
- KI-gestützte Betriebsführung
- hydraulische Optimierung der Heizkreise
- prädiktive Regelung unter Einbeziehung von Wetterdaten
Das Ergebnis: eine Reduktion von Energieverbrauch, Betriebskosten und CO₂-Emissionen um 10 bis 15 %. Ohne bauliche Maßnahmen, unabhängig von Gebäudetyp und Heizsystem.
Die Datenbasis: 13,8 Milliarden Temperaturdatenpunkte
Die Qualität einer selbstlernenden Regelung hängt an ihrer Datengrundlage. Die KI hinter myWarm Optimize-Control basiert auf über 13,8 Milliarden Temperaturdatenpunkten aus mehr als 15 Jahren Heizungsoptimierung im Bestand.
Ein bayesscher Algorithmus kombiniert Echtzeitdaten, Anlagenparameter und Wetterinformationen zu belastbaren Entscheidungen im laufenden Betrieb. Statt auf Annahmen zu regeln, arbeitet das System mit dem, was tatsächlich gemessen wird.
Diese Datenbasis ist auch über den laufenden Betrieb hinaus wertvoll. Sie liefert die Grundlage für strategische Entscheidungen, etwa bei der Auslegung von Wärmepumpen oder der Absenkung von Rücklauftemperaturen für den Fernwärmeanschluss.
Von der Störungsmeldung zur vorausschauenden Instandhaltung
Wer den Zustand einer Anlage kontinuierlich misst, erkennt Abweichungen, bevor sie zum Ausfall werden. myWarm Optimize-Control stellt in Echtzeit transparente Informationen über den Anlagenzustand bereit. Auffälligkeiten lassen sich frühzeitig erkennen und einordnen, potenzielle Störungen besser bewerten.
Im Störungsfall verkürzt das die Reaktionszeit und erlaubt, Serviceeinsätze über das gesamte Portfolio hinweg gezielt zu priorisieren. Statt gleichmäßig verteilter Wartung fließt der Aufwand dorthin, wo er wirkt.
myWarm Optimize-Control: Unabhängig von Gebäudetyp und Heizsystem
Die Lösung ist bewusst technologieoffen ausgelegt: Wohnimmobilien, Büro- und Gewerbeflächen, Einrichtungen im Gesundheits- und Bildungsbereich sowie weitere öffentliche Gebäude.
„Mit dem digitalen Heizungskeller schaffen wir eine Lösung, die unabhängig vom Gebäudetyp oder der Heizungsart funktioniert und überall dort Wirkung entfaltet, wo Effizienz und Transparenz im Betrieb entscheidend sind."
Digitaler Heizungskeller als erster Schritt zu intelligenten Heizungsanlage
myWarm Optimize-Control ist als eigenständige Lösung einsetzbar und liefert von Beginn an messbare Einsparungen im Bestand. Gleichzeitig ist es einer von drei Bausteinen der Produktwelt myWarm Optimize, die eine ganzheitliche Steuerung und Optimierung von Heizungsanlagen ermöglicht:
- myWarm Optimize-Control – der aktive digitale Heizungskeller
- myWarm Optimize-Balance – der adaptive hydraulische Abgleich
- myWarm Optimize-Comfort – die intelligente Einzelraumregelung
Zusammen ergibt das eine volladaptive Heizungsanlage mit einem Einsparpotenzial von bis zu 35 Prozent. Wer sich zunächst nur für myWarm Optimize-Control entscheidet oder bereits einen digitalen Heizungskeller betreibt, kann den adaptiven hydraulischen Abgleich und die intelligente Einzelraumregelung jederzeit ergänzen – ohne Eingriffe in die bestehende Infrastruktur.



