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Dez. 18, 2025

Gaspreisentwicklung in Deutschland: Kosten für Gas steigen durch fehlgeleitete Gasnetzplanung

Die Gaspreisentwicklung in Deutschland wird sich langfristig weiter verschärfen. Haupttreiber sind nicht mehr primär der eigentliche Gaspreis, sondern stark steigende Gasnetzgebühren. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM können Haushalte mit Gasheizung bis 2045 mit 3.000 bis 4.000 Euro zusätzlichen Kosten pro Jahr rechnen – allein durch Netzentgelte.

Damit steigen die Kosten für Gasheizungen strukturell und unabhängig vom individuellen Verbrauch. Ursache ist eine fehlende und zu spät angesetzte Planung für den schrittweisen Rückbau der Gasnetze.

Welche Faktoren beeinflussen aktuell die Gaspreisentwicklung?

Die aktuelle Gaspreisentwicklung wird vor allem durch strukturelle Faktoren bestimmt.
Neben Markt- und Importpreisen wirken sich zunehmend Netzkosten und regulatorische Rahmenbedingungen auf den Endpreis aus.

Die wichtigsten Einflussfaktoren sind:

  • Sinkende Zahl an Gaskund:innen
    Immer mehr Haushalte steigen auf Wärmepumpen um oder werden an Wärmenetze angeschlossen.
  • Hohe Fixkosten der Gasnetze
    Gasnetze müssen unabhängig von der Nutzung instand gehalten werden.
  • Steigende CO₂-Bepreisung
    Erdgas wird als fossiler Energieträger schrittweise verteuert.
  • Fehlende Stilllegungsplanung der Gasnetze
    Netze bleiben in Betrieb, obwohl sie zunehmend überdimensioniert sind.

Ergebnis: Die Gesamtkosten für Gas verteilen sich auf immer weniger Haushalte – der Gaspreis steigt dadurch auch ohne steigenden Verbrauch.

Warum steigen die Gasnetzgebühren langfristig?

Die Gasnetzgebühren steigen, weil immer weniger Haushalte für ein gleichbleibend großes Gasnetz bezahlen müssen.
Genau diesen Effekt beschreibt eine Modellrechnung des Fraunhofer IFAM im Auftrag des Umweltinstituts München.

Zentrale Ergebnisse der Studie:

  • Für 2026 haben deutsche Netzbetreiber bereits eine durchschnittliche Erhöhung der Gasnetzgebühren um rund 10 % angekündigt.
  • Ein typischer Drei-Personen-Haushalt zahlt heute etwa 300–400 Euro pro Jahr an Netzkosten.
  • Bis 2045 könnten diese Kosten auf 3.300–4.300 Euro jährlich steigen – eine Verzehnfachung.

Im Extremfall kann die Aufrechterhaltung eines einzelnen Gasanschlusses Kosten in Millionenhöhe verursachen, wenn Netzabschnitte künstlich weiterbetrieben werden müssen.

Wie kann ich meinen Gaspreis langfristig sichern und mich vor starken Preisschwankungen schützen?

Langfristige Gasverträge können den Arbeitspreis absichern, nicht jedoch die Gasnetzgebühren. Diese steigen unabhängig vom Anbieter und machen künftig einen immer größeren Teil der Gesamtkosten aus.

Was die Immobilienwirtschaft konkret tun kann:

  • Frühzeitig Alternativen prüfen
    Wer nicht bis zum letzten zulässigen Jahr mit Gas heizt, entgeht den höchsten Netzkosten.
  • Gasverbrauch senken
    Effizienzmaßnahmen reduzieren den Verbrauch, schützen aber nicht vor steigenden Fixkosten.
  • Strategisch planen statt abwarten
    Späte Umstellungen sind meist teurer als frühzeitige Entscheidungen.

Laut Umweltinstitut München gilt: „Den Letzten beißen die Hunde.“ Wer lange an der Gasheizung festhält, zahlt am Ende überproportional hohe Kosten.

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